China-Rede 2017 im Industrie-Club Düsseldorf

Am 20. Juni gab Bayer-Finanzvorstand Johannes Dietsch einen Ausblick auf Herausforderungen und Chancen, die globale Megatrends für den chinesischen Gesundheitsmarkt bereithalten. Die Keynote Speech war Teil der jährlichen “China Rede” im Industrie-Club Düsseldorf. Neben der Digitalisierung, dem allgegenwärtigen Megatrend dieser Tage, betonte Dietsch besonders den Aufstieg lokaler Wettbewerber in den großen Schwellenmärkten sowie die daraus resultierende Herausforderung für global agierende Marken, sich auf die Begebenheiten der lokalen Märkte einzustellen.

Laut Dietsch wird die Digitalisierung die Arbeitsweise in Healthcare-Firmen sowie die Erfahrungen der Patienten verändern. Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette dürfen demnach keine Zeit verlieren, wenn sie von den zahlreichen Chancen, die sich bieten, Gebrauch machen wollen, zum Beispiel die Aggregation von Daten. In diesem Zusammenhang hob Dietsch die wichtige Rolle von Startup-Unternehmen für die Entwicklung innovativer digitaler Dienste hervor. Deren Beitrag werde den Transformationsprozess nicht nur im Gesundheitssektor, sondern quer durch alle Industrien beschleunigen.

Dietsch ging auch auf die wachsende Zahl qualitativ hochwertiger Produkte aus China ein. Lokale Marken würden zunehmend die Vorherrschaft jener etablierten ausländischen Marken angreifen, die lange überfällige Anpassungen an lokale Konsumgewohn-heiten vernachlässigt hätten. Multinationale Pharmariesen sähen sich im Wettbewerb mit aufsteigenden chinesischen Marken bereits mit den negativen Folgen dieses Trends konfrontiert. Global Player müssten daher ihre Wettbewerbsfähigkeit vor Ort verbessern – eine Herausforderung, die über den Gesundheitssektor hinausgehe.

Aus diesem Grund würden strategische Joint Ventures und Übernahmen, wie die der chinesischen Dihon Pharmaceutical Group durch Bayer immer wichtiger werden. Die aus der Übernahme resultierende Erweiterung von Bayers Life Science-Portfolio habe die OTC-Position in China deutlich gestärkt und zur gleichen Zeit geholfen, die Nachfrage chinesischer Konsumenten besser zu befriedigen. Die Anpassung an das lokale Marktumfeld in den großen Wachstumsmärkten könne globalen Marken nicht nur helfen, gegen die aufstrebende lokale Konkurrenz zu bestehen, sondern auch Wettbewerbsvorteile zu erringen.

Diese Feststellungen illustrieren eines ganz deutlich: Rasche Digitalisierung und der Aufstieg von Schwellenmärkten wie China setzen global agierende Marken einem wachsenden Druck aus. Wenn sie in diesem veränderten Umfeld Erfolg haben wollen, können sie sich auf ihren bisherigen Erfolgen definitiv nicht ausruhen.

Tags: