Medien-Trendmonitor 2017 – Die wichtigsten Schnittstellen zwischen Marken und Journalisten

“News aktuell”, eine Tochtergesellschaft der dpa, hat den “Medien-Trendmonitor 2017” herausgegeben. Er trägt den Titel „Brennpunkt Journalismus – Was Journalisten in Deutschland heute bewegt.“ Das Papier beschreibt, wie der Journalismus in Deutschland von verschiedenen Seiten unter Druck gerät, zum Beispiel durch populistische Strömungen, rückläufige Auflagen oder Lügenpresse-Vorwürfe. Aus der Sicht der Journalisten – gleich ob freie Mitarbeiter, Pauschalisten oder fest angestellte Redakteure – stellen “Glaubwürdigkeit, Fake News und Unabhängigkeit aktuell die größten Herausforderungen“ dar. Während das Vertrauen des Publikums leidet, halten Journalisten die ungeprüfte Übernahme externer Inhalte „für den größten Fehler, den man heute als Journalist machen kann.“ In verkleinerten Redaktionen, die unter ständigen Sparprogrammen leiden, haben viele Redakteure nicht mehr die nötige Zeit, eingereichte Texte so gründlich wie es sein müsste zu verifizieren.

Für Kommunikationsprofis sind die interessantesten Punkte in dieser Untersuchung jene, die veranschaulichen, wo und wie Markenhersteller Kontakte zu traditionellen oder sozialen Medien am besten nutzen können, um Publikationen mit wichtigen Informationen zu versorgen.

Direkte Gespräche als wichtigster Inputgeber

Einer der herausragenden Punkte in dieser Untersuchung ist die Feststellung, dass persönliche Gespräche in den Augen der Journalisten das wichtigste Informationsangebot von Unternehmen sind. Dabei sprechen Journalisten bevorzugt mit Entscheidern und Experten, nicht mit dem Pressesprecher.

Hintergrundgespräche (58%), persönliche Gespräche mit Ansprechpartnern außerhalb der Pressestelle (57%) und Pressemeldungen inklusive Bilder und Videos (44%) sind die drei wichtigsten Informationsmittel. Dabei fällt auf, dass relevante Informationsmittel in den sozialen Medien mit nur 14% deutlich weniger angenommen werden. Fazit: Die Unternehmenskommunikation muss vor allem Gelegenheiten dafür schaffen, dass Journalisten Manager und Experten aus Unternehmen auch außerhalb von Pressekonferenzen treffen können – der direkte Kontakt ist wichtig.

Google am wichtigsten für Recherche – Social Media keine wichtige Anlaufstelle

Wenn Journalisten recherchieren, ist Google (62% der Fälle) die mit Abstand wichtigste Anlaufstelle. Dahinter folgen persönliche Kontakte (50%) sowie die Webseiten der betreffenden Unternehmen. Social Media folgt erst an drittletzter Stelle mit 11%, vor Kollegen (10%) und Wikipedia (9%). Hier hebt die Studie hervor, dass der Stellenwert von Social Media zwar „rasant“ wächst, diese Online-Quellen bisher jedoch für Journalisten „hauptsächlich ein Recherche-Tool“ sind. Die Unternehmenskommunikation muss den bevorzugten Kommunikationskanälen besondere Aufmerksamkeit schenken, wenn sie an die Medien mit markenbezogenen Nachrichten und Storytelling durchdringen will.

Eine der auffallendsten Beobachtungen in dieser Untersuchung ist, wie stark einige Journalisten von Pressesprechern enttäuscht sind. Die Journalisten kritisieren, dass oft auf ihre Anfragen nicht reagiert wird, dass Fakten rosig dargestellt werden und dass brauchbare Informationen vernachlässigt werden. „Aber bitte mit Entscheidern und Experten, nicht mit dem Pressesprecher“, heißt es in dem Papier. Dies bestätigt einen wichtigen Rat, den wir bei globeone geben: Unternehmen müssen lernen, journalistischer zu kommunizieren.

Facebook (68%), Twitter(51%), YouTube (45%) und Xing (26%) sind bei den sozialen Medien die wichtigsten Kanäle, die Journalisten regelmäßig für ihre Arbeit nutzen. LinkedIn landet in diesem Vergleich mit 17% lediglich auf dem vorletzten Platz, vor Snapchat (2%), das damit praktisch irrelevant ist. Dieser Vergleich zeigt deutlich, wo Unternehmen im digitalen Bereich des Nachrichten-Universums präsent sein müssen.

Quelle für diesen Beitrag  https://www.newsaktuell.de/medien-trendmonitor-2017

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