Neue Markenwelt: Der Paradigmenwechsel in der B2B-Kommunikation – Teil IV

Soziale Medien und der Wandel der Kommunikation

 Die Geschäftswelt richtet ihren Blick fest auf die digitale Transformation. Unternehmen überprüfen fieberhaft ihre aktuellen Umsatz- und Gewinnmodelle, ihre betrieblichen Abläufe sowie ihre Kundenbindung und ihre Marketingstrategien. Bis zum Jahr 2020 werden jede Stunde eine Million zusätzliche Geräte und Anlagen an das Internet angeschlossen. Als Folge davon ist die Digitalisierung eine Realität geworden, die zu Umwälzungen führt und riesige Datenberge produziert. In der neuen digitalen Ära recherchieren 83 Prozent der B2B-Kunden online, bevor sie etwas kaufen. Vier von fünf Käufen beginnen im Internet. Und schätzungsweise 60 Prozent der customer journey sind bereits zurückgelegt, bevor ein Lieferant überhaupt kontaktiert wird.

In diesem vierten Teil unserer 5teiligen Serie wollen wir Ihnen zeigen, wie man mit Hilfe der sozialen Medien seine Marke stärken und den Absatz fördern kann. Erstaunliche 90 Prozent aller Teilnehmer und Firmen im “Social Media Marketing Industry Report 2016” glauben, dass “soziale Medien wichtig für ihr Geschäft” sind und dass Online-Networking ihre Präsenz verbessert hat. Fast zwei von drei Teilnehmern geben an, dass sie durch den Aufbau einer Online-Community eine loyale Gefolgschaft bilden konnten. Und mehr als die Hälfte der Marketingexperten, die soziale Medien seit mindestens zwei Jahren nutzen, geben an, dass sie damit ihre Verkaufserlöse steigern konnten. Ganz klar: Niemand kann es sich leisten, diese Zahlen zu ignorieren.

Über soziale Medien lassen sich am besten mitreißende und qualitativ hochwertige Inhalte in Realtime verbreiten. Bloggen sowie Einträge und Diskussionen auf LinkedIn, Posts auf Facebook, oder Tweets helfen dabei, sich online Gehör zu verschaffen und die digitale Marketingstrategie umzusetzen. Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter im Inbound-Marketing Kundenkontakte über LinkedIn oder Facebook gemacht hat – und fast die Hälfte via Twitter. Natürlich ist es wesentlich einfacher, ein neues Profil oder Konto anzulegen, als es auch effektiv zu betreiben. Wenn die Personaldecke dünn und das Budget straff sind, kann man sich lediglich auf die effektivsten Plattformen konzentrieren. B2B-Firmen dürften dabei die besten Resultate auf LinkedIn und Twitter erzielen.

Ungenügendes Training ist die größte Hürde

Soziale Medien werden als Kanal für Marketing und Content deutlich vernachlässigt. Nur jeder Dritte im Marketing verfolgt den Umsatz über soziale Medien. Fehlende Aus- oder Weiterbildung ist eine der größten Hürden, die einer optimalen Nutzung dieser Kanäle im Wege stehen. Eine Studie über 150 Marketingmanager in Großbritannien vom April 2017 enthüllte, dass 61 Prozent aller Firmen aktiv Kunden über soziale Medien gewinnen, aber 90 Prozent von ihnen gar keine Ziele dafür formuliert haben. Und das, obwohl der von Usern kreierte Content sich explosionsartig ausbreitet und eine riesige Chance zur Interaktion besteht, anstatt – wie bisher – nur eine Einbahnstraßen-Kommunikation. Minute für Minute werden mehr als 400 Stunden Videos auf Youtube hochgeladen, dazu rund 3,3 Millionen Facebook-Posts und über 422.000 Tweets.

Soziale Medien verändern unsere Welt und die Art, wie wir kommunizieren. Dies ist eine der größten Umwälzungen seit der Industriellen Revolution. Aber sie beginnt gerade erst, wie der rasante Zuwachs an Nutzern zeigt. Trotzdem haben soziale Plattformen bereits einen entscheidenden Einfluss bei Wahlen gehabt, darunter in den USA, im Iran und in Indien. Für Marketingmanager bedeutet das, dass die diversen Plattformen significant die Stärke einer Marke fördern können.

Viele praktische Ratschläge

Im Internet finden sich viele praktische Ratschläge, wie man es anstellen kann, seine Marke durch soziales Marketing zu fördern. Tauschen Sie sich mit Ihrem Publikum und den Fans aus. Zwei Drittel aller aktiven Firmen investieren dafür zwischen einer und zehn Stunden pro Woche. Man muss möglichst viel über die Teilnehmer herausfinden. Wenden Sie mehr Energie und Zeit dafür auf, ihre Follower zu ermutigen, dass sie Vorschläge machen und Wünsche anmelden. Je mehr sie sich engagieren, desto mehr lernen Sie über ihre Präferenzen. Wenn Ihre Blog-Einträge öfter geteilt werden sollen, muss man auf jeden Fall Hashtags hinterlegen. Wenn Sie Ihre Botschaften visualisieren, vor allem durch Videos, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie geteilt werden, sprunghaft an. Falls dafür die personelle Kapazität vorhanden ist, lohnt sich auch die Einrichtung eines eigenen Youtube-Kanals, so werden Sie Ihre eigene Rundfunkanstalt. LIVE-Übertragungen von Veranstaltungen, oder Reden Ihrer Manager, werden eine erstaunliche Resonanz finden und die Interaktionen auf Ihrer Webseite spürbar beflügeln. Facebook ist mit seiner Live-Video-Funktion wunderbar für diese Art der Kommunikation geeignet. Ihre Mitarbeiter werden schnell alle Berührungsängste mit dieser Art, „Fernsehen“ zu machen, verlieren und am Ende begeistert davon sein. Und die Anwendung lässt sich leicht lernen. Das Aufmacherbild auf der Homepage kann gewechselt werden, um gezielt auf Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Und schließlich ist es notwendig, eine Community um die Marke herum aufzubauen. Es gibt ein ganzes Universum voller aktiver Nutzer da draußen, mit denen man Verbindung aufnehmen und sich Ideen, konkrete Vorschläge oder einfach nur Feedback geben lassen kann. Eine Fanseite könnte dabei helfen, die Fanbasis stetig auszubauen.

Weitere Folgen dieser 5teiligen Serie:

Teil V:    B2B Datenmanagement

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