Jeder zweite Trump-Wähler meidet deutsche Marken

Ein Jahr nach seiner Amtseinführung wird US-Präsident Donald Trump zum Weltwirtschaftsforum in Davos erwartet. Das wichtigste Treffen der globalen Politik- und Wirtschaftselite hat sich für 2018 jedoch ein Motto gewählt, das sich dezidiert gegen Trumps nationalistische Politik des „America First“ stellt: „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt.“ Vor dem viel beachteten Showdown in Davos zeigt eine neue Umfrage jetzt, dass deutsche Markenanbieter unter der nationalistischen Rhetorik und dem Protektionismus der US-Regierung leiden. Die Ergebnisse sind Teil einer noch unveröffentlichten Studie der Unternehmensberatung globeone.

Demnach gab fast jeder zweite (46%) Trump-Wähler und immerhin jeder fünfte (21%) Clinton-Anhänger an, im vergangenen Jahr weniger deutsche Marken gekauft zu haben. Drei Viertel (76%) aller Trump-Wähler ziehen stattdessen den Kauf amerikanischer Produkte vor. Auch jeder zweite Wähler (50%) von Hillary Clinton trifft inzwischen patriotischere Entscheidungen und kauft öfter heimisch ein. Für die Studie wurden Ende 2017 1.000 Konsumenten in den USA und Deutschland befragt.

Fast die Hälfte der Trump-Wähler und immerhin jeder fünfte Clinton-Anhänger kaufen weniger deutsche Marken (N = 500 US-amerikanische Konsumenten). Quelle: globeone 2018

 

Geschadet hat diese Abschottung der amerikanischen Wirtschaft aber nicht nur deutschen Marken. Trumps Protektionismus kratzt auch erkennbar am Ansehen der USA. So gaben zwei Drittel (66%) der befragten deutschen Konsumenten an, dieses habe sich in ihren Augen verschlechtert. Nur jeder Vierte (25%) sieht das Ansehen der USA unverändert und lediglich 6% konstatieren eine Verbesserung, seit Donald Trump in das Weiße Haus eingezogen ist.

Zwei Drittel der deutschen Konsumenten sagen, das Ansehen der USA habe sich deutlich verschlechtert (N = 500 deutsche Konsumenten). Quelle: globeone 2018

 

„Unsere Studie zeigt, dass Trumps Renaissance des Nationalismus selbst Marken mit einem renommierten Country-of-Origin im Rücken zu schaffen macht,“ kommentiert Dr. Niklas Schaffmeister, Managing Partner der Unternehmensberatung globeone, die Ergebnisse der Studie. „Angesichts der Strategie des ‚America First‘ droht ein Umfeld zu entstehen, in dem nicht mehr die Leistung eines Produktes, sondern vielmehr die politische Orientierung der Konsumenten ausschlaggebend für den Kauf ist.“

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